Rocío Viteri

Seit einer Lungenoperation  habe ich eine Narbe auf dem Rücken. Sie ist gegenwärtig und  ein Teil von mir. Ohne sie wäre ich nicht ich, denn sie ist ein Zeichen für einen Sieg in meinem Leben.

Sie beeinträchtigt mich nicht weiter. Nur muss ich halt manchmal  erklären, wodurch sie entstanden ist.  Anfangs  hat sie mich immer daran erinnert, wie schlimm es um mich bestellt war, während ich krank war. Aber mittlerweile habe ich mich an den Gedanken gewöhnt, dass sie immer da sein wird. Ich habe es zunächst  immer vermieden, sie zu zeigen, um nicht unnötige Erklärungen wegen ihrer Existenz abgeben zu müssen.

Dadurch dass die Narbe nicht  ständig  sichtbar ist, fragen mich die Menschen auch nicht oft nach ihr. Und es ist immer einfacher sie zu verstecken, als lange Erklärungen abgeben zu müssen. Ich weiss aber, die Menschen würden sich mehr nach ihr erkundigen, wenn sie an einer Stelle wäre, wo sie sofort sichtbar wäre.

Fals es denn mal dazu kam, war dieses Nachfragen  immer sehr unangenehm, und nur wenige Male hatte ich es dann mit Menschen zu tun, welche dieses Stigma  mit einer gewissen Natürlichkeit betrachteten.

Aber um ganz ehrlich zu sein, war es nie mein Wunsch, diese Narbe nicht zu haben. Sie ist sowas wie ein Siegeszeichen in meinem Leben. Ich glaube, dass es auch daran liegt, dass sie nicht nicht an einer sichtbaren Stelle ist.

Den Menschen, die äusserliche Merkmale haben und unter den Reaktionen und Kommentaren der anderen leiden, würde ich raten, dass sie sich so hinnehmen und akzteptieren wie sie sind. Das wirklich Wichtige sind unsere inneren Werte.

Wenn man ein besonderes Merkmal hat, darf man nicht durch Äußerungen der anderen  so verwundbar sein , da diese meistens nur ihre Verwunderung zum Ausdruck bringen über etwas, was uns einzigartig macht.

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