Nahoret Yanira Palma Mendoza

Mein Name ist Nahoret Yanira Palma Mendoza. Ich bin Ehefrau, Mutter von zwei wundervollen Kindern,  Lehrerin,  habe promoviert im Bereich integrierte Ausbildung und bin Spezialistin für Planung und Auswertung von Schulsystemen. Ich bin mit einer angeborenen Fehlbildung am linken Arm zur Welt gekommen. Um ehrlich zu sein, weiss ich den Grund  für diese Fehlbildung  nicht, aber meine Mutter hat mir immer folgendes gesagt:  “Dies ist gottgewollt”. “

Nach all dem was ich erlebt und erreicht habe, kann ich sagen, dass diese  Fehlbildung  mich weder eingeschränkt hat noch hat sie mich weiter betroffen. Ja, es war ein wenig schwieriger, aber letzten Endes habe ich all die Ziele erreicht, die ich mir gesteckt habe.

Es ist wichtig für mich hervorzuheben, dass ich oftmals erhebliche Zweifel hatte, wenn ich daran dachte,  was sich die meisten Frauen ersehnen: eine eigene Familie zu haben. Allein der Gedanke daran, dass meine Kinder eventuell ebenfalls mit einer angeborenen Missbildung zur Welt kommen könnten, hat mir Furcht eingejagt, aber letztlich habe ich immer an mich geglaubt, und nun habe ich einen wundervollen Ehemann, der mich so liebt wie ich bin. Das allerwichtigste ist, dass wir zwei  wunderbare  Kinder haben, die uns mit Stolz erfüllen, es sind vollkommen normale und gesunde Kinder, und ich bin ihr Beispiel. Aufgrund all dieser Dinge fühle ich nicht benachteiligt, meine menschlichen Qualitäten sind einzigartig.

Wenn ich auf andere Menschen treffe, so ist meine Behinderung  meistens das erste, was sie sehen. Ich erinnere mich, dass ich als kleines Mädchen oft traurig war und mich schlecht fühlte, wenn die anderen Kinder  mich verwundert fragten, warum ich keine Hand habe.  Meine stete Antwort war die meiner Mutter, dass ich so auf die Welt gekommen sei.  Ich habe mich dann natürlich mit der Zeit an diese Fragen und diese Reaktionen gewöhnt. Ich glaube jedoch, dass diese Verwunderung der Menschen sich niemals ändern wird, weil es einfach nicht üblich ist, auf Menschen mit solch ausgeprägten Merkmalen oder Fehlbildungen  zu treffen.

Manchmal gibt es Menschen, die augenscheinlich diese Behinderungen als normal ansehen, aber dies ist eher die Ausnahme. Egal mit wieviel Natürlichkeit man von ihnen angesehen wird,  es bleibt immer der Zweifel, und dann stellen sie doch immer die Frage, die wir erwarten. Ich glaube, dass die Akzteptanz nicht von den anderen Menschen abhängt, sondern von mir selbst, – wenn ich mich so akzeptiere wie ich bin, werden dieses auch die anderen tun.

Ich erinnere mich daran, als ich Jugendliche war und das Gitarrenspiel  erlernen wollte, was natürlich  eine Illusion war. Ich habe mich daran erinnert, wie ich oftmals als kleines Mädchen vor dem Schlafengehen den lieben Gott innigst anflehte, er möge doch alles als einen Traum erscheinen lassen, und wenn ich am nächsten Tag aufwachen würde, meine beiden Arme und beide Hände zu haben. Wenn ich dann aufwachte, stellte ich natürlich fest, dass dies nicht passiert war und war sehr traurig. Meine Mutter und meine Familie haben mir jedoch das Gefühl vermittelt, dass ich den gesunden Menschen, die all ihre Gliedmassen haben,  nicht nur ebenbürtig war, sondern dass ich etwas Besonderes war!

Mit der Zeit habe ich festgestellt, dass dies  der Realität entspricht, dass ich wirklich viele Fertigkeiten entwickelt habe für andere Aktivitäten, was mich heute sehr stolz macht und mich auch als  eine besondere Persönlichkeit darstellt: Heute bin ich glücklich!

Ich kann allen Menschen mit Behinderungen oder Fehlbildungen sagen, dass das Leben kurz  und oftmals eine schwierige Herausforderung ist. Wenn wir es nicht erlernen, uns selber zu mögen und zu respektieren, und wenn wir  es vergeuden nur aufgrund des Gedankens, dass wir anders sind und uns durch Komplexe und Vorurteile  leiten lassen, verpassen wir es, unserem Leben einen Sinn zu geben. Ich glaube an Gott, und deshalb glaube ich, dass wir alle sein Ebenbild sind, und  daher bin ich mir sicher, dass es unsere Aufgabe in dieser Welt ist, zu zeigen, dass die Möglichkeiten für alle gleich sind, man muss sie nur suchen. “Wir selbst sind es,  die sich die Grenzen auferlegen.

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