Vitiligo ist eine degenerative Erkrankung, durch die die Melanozyten (verantwortliche Zellen für die Pigmentierung der Haut) sterben. In dem Bereich, wo die Zellen abgestorben sind, ensteht eine Art weißer Fleck, weil hier nicht mehr das notwendige Melanin produziert wird.
In meinem Fall ist Vitiligo nicht angeboren, aber auf Grund von Veränderungen in meinem Nervensystem ereilte mich diese Krankheit, als ich neun Jahre alt war. Dies wirkte sich auf meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen aus, und seitdem bin ich daher sehr vorsichtig, wenn es um das Schliessen von neuen Freundschaften geht, oder auch um mich mit anderen Menschen auszutauschen. Teilweise hat mich dies sehr in meinem Leben eingeschränkt, aber ich habe mittlerweile gelernt, dass die Einschränkungen nichts weiter sind aber ein geistiger Zustand.
Als die Krankheit ausbrach war dies sehr, sehr schlimm für mich, und damit mich meine Mitmenschen nicht sahen, versucht ich mich zu Hause zu verbergen oder mich hinter den Menschen zu verstecken, die mir Nahe standen. Aber schließlich habe ich gelernt, damit umzugehen.
Oft fühle ich mich unerwarteteten und überraschenden wie auch abwertenden Reaktionen ausgesetzt , wenn mich die Leute zum ersten mal sehen. Ich habe aber mittlerweile verstanden, dass mein körperlicher Zustand den anderen Menschen sehr fremd erscheinen muss, und das dies der Grund ist, warum sie überrascht sind.
Wenn ich auf Menschen treffe, welche mich auf natürliche Art und Weise anschauen und mein “Anderssein” als etwas Normales begreifen, bin ich sehr glücklich, und fühle mich auch sehr viel selbstsicherer. Es wäre so schön, wenn alle Menschen diese Akzeptanz zu mir finden würden.
Mein größter Wunsch wäre es, wenn meine Mitmenschen beim ersten Anblick diskreter und rücksichtsvoller zu mir wären, und dass sie nicht einfach stehen bleiben und mit dem Finger auf mich zeigen. Was ich habe, ist eine oberflächliche Hautkrankheit, die jeden jederzeit ereilen kann und mit der man zu keinem Zeitpunkt rechnet.
Ich versichere, dass ich vor einigen Jahren beim Blick in den Spiegel mir innigst gewünscht habe, dass diese Pigmentstörungen von meinem Körper verschwinden mögen. Hierdurch wurde meine Frustration immer größer. Nach vielen Behandlungen, denen ich mich unterzogen habe, habe ich allerdings erkannt, dass mein äusseres Erscheinungsbild nur ein Problem in den Augen meiner Mitmenschen ist. Es ist ein Problem der anderen, welche mich aburteilen, aber es ist nicht mein Problem!
So habe ich beschlossen, dies sekundär zu sehen und – was ich vollkommen verlernt habe – mir zur Aufgabe zu machen, mein Leben zu geniessen!
Wir alle müssen uns in diesem Leben sowohl körperlich als auch geistig voneinander unterscheiden, sonst wäre doch alles höchst monoton und langweilig!
Wir müssen auch immer beispielhaft sein!
Wir, mit unseren nicht der Norm entsprechenden Merkmalen, müssen als oberste Priorität setzen, in unserem Leben glücklich zu sein!





